Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Esparsette

 

Mit der Esparsette eine optimalere Vergärung und mehr Vielfalt schaffen

Die Esparsette (auch Saat-Esparsette genannt, Onobrychis viciifolia) hat eine lange Tradition im landwirtschaftlichen Anbau, wird heute aber kaum noch kultiviert. Dabei kann die mehrjährige Leguminose (Stickstoffsammlerin) mit zahlreichen positiven Eigenschaften aufwarten:
• Sie ist tiefwurzelnd (bis zu 4 Meter), trockenheitsverträglich und für den Anbau auf marginalen Standorten geeignet.
• Durch Symbiose mit bestimmten Bakterien kann sie sich selbst mit dem Nährstoff Stickstoff versorgen, der Phosphorbedarf ist gering.
• Der Anbau ist auch auf alkalischen Böden möglich.
• Sie hat einen positiven Einfluss auf die Bodenstruktur.
• Die Blühdauer reicht von Mai bis September. Die Pflanze ist sehr attraktiv für Bienen und hat einen sehr guten Honigertrag.
• Die Esparsette besitzt eine besondere Zusammensetzung an Tanninen und anderen polyphenolischen Bestandteilen, die die Schaumbildung im Pansen (Blähungen) verhindern und für eine bessere Proteinverfügbarkeit sorgen kann. Das wiederum verringert Treibhausgasemissionen von Methan und Lachgas. Dank der Inhaltsstoffe ist die Pflanze auch als Entwurmungsmittel interessant.

Die Biomasse-Verdauung im Pansen einer Kuh ist biochemisch gesehen vergleichbar mit der Vergärung in einer Biogasanlage. So spielt die Schaumreduzierung auch im Biogasfermenter, insbesondere bei proteinreichen Substraten, eine wichtige Rolle. Die Esparsette könnte somit, insbesondere auf trockenen Standorten und vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen, eine interessante Ergänzung zum Mais darstellen. Gleichzeitig würde sie die Artenvielfalt auf dem Acker erhöhen und das Nahrungsangebot für Insekten vergrößern. Die Forscher im BMEL/FNR-Projekt prüfen verschiedene Herkünfte der Pflanze in Versuchsanbauten und in Biogasversuchen im Hinblick auf Erträge und die Eignung zur Schaumreduzierung.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22402116, 22402216 und 22402316

© Mars 2002
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