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Spurenelemente durch Energiepflanzen

 

Bakterien und methanbildende Archaeen in Biogasanlagen benötigen Spurenelemente, zum Beispiel Nickel und Cobalt. Mais hat jedoch gerade für Cobalt ein sehr geringes Aufnahmevermögen, ausschließlich mit Maissilage beschickte Anlagen produzieren deshalb weniger Methan. Zum Ausgleich setzen mehr als 3.000 Biogasanlagenbetreiber in Deutschland industrielle Additive ein. Für deren richtige Dosierung fehlt allerdings oftmals eine wissenschaftliche Begleitung. Bei Überdosierung können hemmende oder toxische Wirkungen auf die Mikroorganismen sowie Risiken für den Boden durch belastete Gärreste die Folge sein, bei Unterdosierung helfen die Additive hingegen nicht ausreichend. Hinzu kommen gesundheitliche Gefahren für den Anwender.

Im Projekt „Spurenelemente durch Energiepflanzen - Stoffströme und Handlungsempfehlungen für eine optimierte Prozessbiologie in Biogasanlagen (NiCo)“ untersuchte ein Forscherverbund unter Leitung der Universität Göttingen die Möglichkeit, über den Einsatz anderer Energiepflanzen mehr Spurenelemente in den Fermenter zu bringen, um perspektivisch auf Additive verzichten zu können. Aus vorherigen Untersuchungen ist bekannt, dass zum Beispiel Arten wie Amarant, Zottelwicke, Ackerbohne oder Durchwachsene Silphie  deutlich mehr Cobalt als Mais akkumulieren. Die Wissenschaftler haben die Anbauwürdigkeit verschiedener alternativer Energiepflanzen aber nicht nur im Hinblick auf deren Spurenelementegehalt analysiert, sondern auch ökonomische, ökologische und soziale Aspekte mit einbezogen. Daraus leiteten sie Handlungsempfehlungen für einen nachhaltig optimierten Energiepflanzenbau bei maximaler Biogasausbeute ab.

Links zum Projekt: 22014813, 22019014, 22019114, 22019214

Amarant akkumuliert deutlich mehr Cobalt als Mais. Hier die noch nicht als Sorte zugelassene Linie ‘Pastewney‘ (Futter-Amarant, Amaranthus hybridus) neben Mais in den Anbauversuchen der Universität Göttingen. © IZNE/B. Sauer
 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
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