Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Erbse

 

Pisum sativum L.
Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminoseae)

Merkmale

Die Erbse besitzt im Gegensatz zur Ackerbohne keinen aufrechten Stängel, sondern ist eine kletternde oder niederliegend kriechende einjährige Pflanze, deren dünne tiefreichende Hauptwurzel wenige Nebenwurzeln besitzt. Charakteristisch sind die endständigen Ranken an den ein- bis dreipaarig gefiederten Blättern. Die Erbse blüht weiß und bildet nach Selbstbefruchtung Hülsen mit vier bis zehn Samen. Es ist zwischen eiweiß- und stärkeliefernde Erbsen zu unterscheiden.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Abstammung ist wahrscheinlich von der Wilderbse Pisum elatius, die vom Mittelmeerraum bis nach Tibet vorkommt. Nach der Kultivierung in Südwestasien verbreitete sich die Erbse nach Europa und Mittelasien, wo sie die ältesten steinzeitlichen Ackerbaukulturen nutzten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zur bedeutendsten Hülsenfrucht Mitteleuropas. Stärkeerbsen enthalten 60 - 85 % Amylose, welches sich besonders zur Herstellung von Verpackungsfolien mit hoher Elastizität eignet. Dies ist für aktuelle Züchtungsziele von Bedeutung.

Anbau

Die Erbsenpflanze bevorzugt tiefgründige humusreiche Böden mit einem pH-Wert von 6,5 - 7. Dabei ist zu anderen Leguminosen eine Anbaupause von sechs bis acht Jahren  einzuhalten. Die Aussaat erfolgt Mitte März mit 60 - 90 Pflanzen pro m². Das relativ große Saatgut wird dabei in einer Tiefe von 4 - 6 cm abgelegt. Die Ernte erfolgt mit modifizierten Mähdreschern bei Erträgen zwischen 50 - 60 dt/ha.

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Erbsen haben aufgrund ihres Stärkegehalts, der einen hohen Amyloseanteil aufweist, ein beachtliches Potenzial für die industrielle Nutzung. Ihre Stärke bildet die Basis für die 
Herstellung von Verpackungen und biogenen Kunststoffen. Weiterhin verwendet die Papierindustrie Erbsenstärke zur Erhöhung der Reißfestigkeit und Bedruckbarkeit von Papier. Aber auch bei der  Herstellung  von Seifen und Waschpulver findet sie Verwendung. 

© FNR/H. Stolte
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