Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Nadelbäume

 

Unter den Nadelbäumen haben Fichte, Kiefer und Lärche die größte Bedeutung in Deutschland. Aufgrund ihres geraden und meist schnellen Wuchses besteht ein hoher Bedarf in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie, dort hauptsächlich für konstruktive Bauteile wie z. B. Dachstühle.

 
 

Fichte

Picea abies L.
Familie der Kieferngewächse (Pinaceae)

Merkmale

Die immergrüne Fichte wird 30 - 70 m hoch und hat eine kegelförmige Krone. Die 1 bis 3 cm langen Nadeln stehen dicht schraubig und sind stechend zugespitzt. Aus den endständigen weiblichen Blütenständen bildet die Fichte hängende braune zylindrische Zapfen. Die Fichte besitzt eine rötliche rissige Rinde.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Zur Zeitenwende war das Vorkommen der Fichte auf die Gebirgslagen und der Kiefer auf nährstoffarme Sandböden beschränkt. Im 18. Jahrhundert begann auch im Tiefland die systematische Aufforstung mit schnellwüchsigen Nadel-bäumen, da die Bedeutung der Buche als Brennstofflieferant zugunsten der Steinkohle zurück ging und ein starker Bedarf an Bau- und Nutzholz bestand. Fichtenholz ist vielseitig einsetzbar und findet heutzutage Verwendung in der Bau-, Möbel- und Holzwerk-stoffindustrie, bei der Papier- und Zellstoffherstellung und als Brennholz. Die kegelförmigen Fichten werden zudem gerne als Weihnachtsbaum genutzt.

Anbau

In Deutschland ist knapp ein Drittel der Gesamtfläche mit Wald bedeckt. Obwohl in der heutigen Zeit der Anteil der Monokulturen zugunsten von Mischbeständen gesenkt wird, spielt die Fichte als sogenannter „Brotbaum“ weiterhin eine große Rolle in der Forstwirtschaft. Ausschlaggebend sind dabei der gerade Wuchs, das rasche Wachstum, die geringen Ansprüche an den Standort und die gute Verwendbarkeit des Holzes. Ihr Anteil an der Holzbodenfläche in Deutschland betrug lt. Angaben der 3. Bundeswaldinventur 26 Prozent. Die Fichte ist als Bau- und Konstruktionsholz unverzichtbar und hat daher, trotz ihrer Anfälligkeit für z.B. Borkenkäfer-Kalamitäten, weiterhin einen Anteil von einem Drittel an Pflanzungen und liegt damit noch knapp vor der Rotbuche.

Verwendung

Fichtenholz weist gute mechanische Eigenschaften auf. Daher wird es vorwiegend als Bauholz genutzt, muss aber aufgrund seiner begrenzten Haltbarkeit bei Verwendung unter offener Witterung imprägniert werden. Weiterhin ist die Fichte eine der Hauptholzarten im Möbelbau und Innenausbau. Intensive Verwendung findet Fichtenholz auch in der Papierindustrie für die Produktion von Papieren mit hoher Festigkeit. Weniger bekannt ist die Bedeutung der Fichte als Klangholz. Dafür werden insbesondere gleichmäßig gewachsene Fichten aus Hochlagen mit feiner Jahrringstruktur und einem relativ geringen Spätholzanteil genutzt. Energetisch wird Fichtenholz auch verwendet, hauptsächlich wird dafür das Waldrestholz bzw. Waldpflegeholz genutzt.

© FNR/M. Paterson
 

Kiefer

Pinus sylvestris L.
Familie der Kieferngewächse (Pinaceae)

Merkmale

Die Kiefer ist ein bis zu 35 m hoher, immergrüner Nadelbaum mit flacher Krone und gekrümmten Ästen. Die 3 bis 8 cm langen Nadeln stehen je zu zweit an einem Kurztrieb. Die Kiefernzapfen sind 3 bis 8 cm lang und eiförmig. Die Rinde junger Kiefern ist gelbgrau. Sie verfärbt sich nach Jahren im oberen Kronenbereich in fuchsrot. Das Holz der Kiefer ist im Vergleich zur Fichte fester, da die Kiefer langsamer wächst. Dennoch ist es relativ elastisch, verformt sich wenig und lässt sich gut verarbeiten. Allerdings ist es nicht witterungsbeständig.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Zur Zeitenwende war das Vorkommen der Kiefer auf nährstoffarme Sandböden und der Fichte auf die Gebirgslagen beschränkt. Im 18. Jahrhundert begann auch im Tiefland die systematische Aufforstung mit schnellwüchsigen Nadelbäumen, da die Bedeutung der Buche als Brennstofflieferant zugunsten der Steinkohle zurück ging und ein starker
Bedarf an Bau- und Nutzholz bestand. Die Waldkiefer ist heutzutage von allen europäischen Baumarten die am weitesten verbreitete. Im Süden ist sie häufig in Beständen mit anderen Baumarten gemischt, während sie im Norden ganze Wälder auf meist sandigen Böden bildet. Das harzhaltige und gelblich bis braune Holz findet vielfach Verwendung als Möbel- und Bauholz und in der Zellstoff und Papierherstellung.

Anbau

In Deutschland ist knapp ein Drittel der Gesamtfläche mit Wald bedeckt. Die Kiefer hat nach Angaben der 3. Bundeswald-inventur einen Anteil von über 23 % an der Holzbodenfläche. Zudem hat sie weiterhin einen Anteil von ca. 10 % an Pflanzungen, wobei sie aufgrund ihrer Fähigkeit, tief zu wurzeln und somit auch bei Stürmen relativ standfest zu sein, häufig auf sandigen Böden angebaut wird.

Verwendung

Historisch verwendete man die sog. Kienspäne aus dem harzreichen Holz der Kiefer als Lichtquelle. Aus dem bei der Verbrennung anfallenden Ruß wurden Farben, Tusche, Druckerschwärze und Schuhcreme hergestellt. Weiterhin wurde Kiefern-Baumharz gewonnen, das als Grundstoff für Lacke, Leime, pharmazeutische und kosmetische Artikel diente. In der heutigen Zeit wird Kiefernholz vorwiegend als Bauholz, aber auch für Böden, Möbel oder Spielzeug genutzt. Seit einigen Jahren nimmt auch das Interesse an industrieller Nutzung für die Zellstoff- und Spanplattenindustrie zu. Zudem werden Waldrestholz bzw. Waldpflegeholz sowie Sägespäne, aus denen Pellets hergestellt werden, energetisch genutzt.

Gemeine oder Waldkiefer (Pinus sylvestris). Foto: Ramin Nakisa
 

Europäische Lärche

Larix decidua
Familie der Kieferngewächse (Pinaceae)

Merkmale

Die europäische Lärche ist der einzige einheimische Nadelbaum, der im Winter die Nadeln abwirft. Ihre Haupteigenschaften sind Lichtbedürftigkeit, Leichtsamigkeit und Winterfrosthärte. Sie hat sehr weiche, beim Austrieb hellgrüne, später nachdunkelnde Nadeln, die in Büscheln bis zu 50 Nadeln oder als einzelne Nadel wachsen in Abhängigkeit vom Austrieb aus Kurz- oder Langtrieben. Die Lärche ist einhäusig, hat männliche und weibliche Blüten auf einem Baum, die aber getrennt geschlechtlich sind. In ihrer Wuchsform ist sie sehr variabel und passt sich als Pionierbaumart den standörtlichen Begebenheiten an. Sie hat meist einen geraden Schaft und eine kegelförmige Krone, die mit zunehmendem Alter breiter wird und abflacht. Lärchen können bis zu 1.000 Jahre alt werden und eine Höhe von bis zu 54 m sowie einen Durchmesser von 100 bis 200 cm erreichen.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Lärchen wuchsen bereits vor 60 Millionen Jahren auf der Erde und breiteten sich vor rund einer Million Jahren von Sibirien nach Europa aus. Das heutige natürliche Verbreitungsgebiet der Europäischen Lärche ist der Alpenraum, die Sudeten, die Karpaten/Tatra sowie das südöstliche Polen.
Der Name Lärche leitet sich von Larix ab, was gemäß verschiedener Quellen „aus Holz gewonnener Teer“ bedeutet (Lärchenharz). So nannten die Gallier diesen seltsamen Baum, den sie beim Vorstoß der römischen Legionen in den Alpenraum vorfanden und nicht kannten. Im Herbst waren die Berghänge mit leuchtend gelben Nadelbäumen bedeckt, die im rauen Bergwinter ihre Nadeln verloren. Im Frühjahr und im Sommer waren sie  indessen frischgrün. Der Artenname decidua (=abfallend) deutet an, dass diese Art im Gegensatz zu allen anderen einheimischen Nadelhölzern im Herbst ihre Nadeln verliert.
Im Altertum galt die Lärche als heiliger Baum und noch bis in die Neuzeit hinein glaubte man an ihre Schutzkraft, vor allem gegen Feuer. Auch als Heilmittel hatte sie Bedeutung. Aus dem Harz der Lärche wurde früher das sogenannte „Venezianische Terpentin“ gewonnen, das über den Hauptumschlagplatz Venedig in den Handel gelangte. Bei Erkältungskrankheiten erhitzt auf die Brust aufgetragen hat es eine hustenstillende und schleimlösende Wirkung.

Anbau

Lt. Ergebnissen der 3. Bundeswaldinventur hat die Lärche in Deutschland einen Anteil von rund 3 Prozent an den Wäldern und kommt weitgehend nur in den Bayerischen Alpen vor (Brechtesgarden und Karwendel). Den größten Lärchenanteil weist die Schweiz auf, wo sie oberhalb von 1.400 m ü. M., vor allem im Wallis, in den Gebirgstälern des Tessin sowie in Graubünden, speziell im Engadin, Puschlav und Münstertal wachsen. Jedes Jahr im Oktober und November prägen die goldgelb gefärbten Lärchen dort die Landschaft.

Verwendung

Lärchenholz ist aufgrund seiner guten technischen Eigenschaften begehrt. Nicht zu Unrecht gilt die Lärche als "Eiche unter den Nadelhölzern".  Den Wert bestimmt dabei das Kernholz, das rotbraun und wohlriechend ist. Der Splint ist gelblich und mit 1 bis 2 cm meist sehr schmal. Das witterungsbeständige, schwere Holz findet Verwendung im Erd-, Brücken- und Schiffsbau sowie bei Wasserarbeiten (aufgrund des hohen Harzgehaltes ist es unter Wasser Jahrhunderte haltbar). Auch als Schindelholz ist es sehr beliebt. Im Innenausbau findet das Holz wegen seiner Regelmäßigkeit und schönen Färbung Verwendung zur Herstellung von Möbeln, Türen und Fenstern.

© FNR/V. Petersen
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