Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Saflor (Färberdistel)

 

Cartamus tinctorius L.
Familie der Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Saflor ist eine einjährige, krautige, 0,6 bis 1,2 m hohe Pflanze mit tiefgehender Pfahlwurzel. Die distelartige Pflanze wird auch als Färberdistel bezeichnet. Die länglich-eiförmigen halbstängelumfassenden Blätter sind stachelig gezahnt. Die großen Blütenköpfe mit stachelig gezähnten Hüllblättern blühen im Juli/August gelb oder rot und entwickeln nach Fremdbefruchtung bis zu hundert ölhaltige, drei bis vier Millimeter lange Samen.

Kulturhistorischer Hintergrund

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Saflors ist der östliche Mittelmeerraum. Bereits die Ägypter nutzten diese uralte Kulturpflanze etwa 2.500 v. Chr. zum Gelbfärben und ab ca. 1.000 v. Chr.  zum Rotfärben. Im 17. Jahrhundert wurde Saflor im großen Umfang zur Farbstoffgewinnung in Thüringen und im Elsass kultiviert. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts ging sein Anbau durch Saflor- und Safranimporte aus dem Osten sowie aus Ägypten zurück und kam schließlich ganz zum Erliegen.
Saflor wurde früher auch "Bauernsafran" genannt, mit ihm wurde der teurere, echte Safran gefälscht.
Heute wird Saflor überwiegend in tropischen Regionen auf trockenen Standorten als Ölpflanze angebaut.

Anbau

Saflor wächst als trockenresistente Pflanze auf leicht sandigen Böden in sommerwarmen Klimaten. Die Aussaat erfolgt mit üblichen Drillmaschinen bis Mitte April in 2 - 3 cm Tiefe mit dem Ziel, 40 - 50 Pflanzen pro Quadratmeter zu etablieren. Die Ernte der Samen mit dem Mähdrescher erstreckt sich von August bis September. Die rotfärbenden Blütenblätter werden von Hand gepflückt. Die Blüten und Blätter enthalten zusätzlich einen gelben Farbstoff.

Inhaltsstoffe

  • Blütenblätter: Carthamin (rot)
  • Laubblätter: gelber Farbstoff

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Die Farbe des Saflor wird zur Färbung von Textilien wie Seide oder Baumwolle oder von Lebensmitteln wie zum Beispiel Speiseöl verwendet. Außerdem stellt man Pigmente für Kosmetika daraus her. Saflorgelb hat eine schlchte Lichtechtheit, Saflorrot, auch Saflorkarmin genannt, ist sehr beständig.

Foto: Copyrighted free use
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