Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Krapp

 

Rubia tinctorium L.
Familie der Rötegewächse (Rubiaceae)

Merkmale

Krapp ist ein mehrjähriges, frosthartes Rötegewächs. Die lanzettlichen, zu viert oder sechst im Quirl angeordneten Blätter und der bis zu 1,5 m lange Stängel sind durch aufsitzende Stachelzähnchen rau. Von Juni bis August öffnen sich die unscheinbaren grüngelben Blüten, aus denen rote, beerenartige Früchte hervorgehen. Krapp bildet bis zu ein Meter lange Rhizome mit 20 bis 30 cm langen Wurzeln aus.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Im östlichen Mittelmeergebiet und Vorderasien heimisch, wurde Krapp seit der Antike von Persern, Griechen, Ägyptern und Römern als Färbepflanze genutzt. Der aus der Wurzel gewonnene Farbstoff Alizarin zeichnet sich durch eine hohe Licht- und Waschechtheit aus und gibt Textilien eine leuchtend rote Farbe. Bekannt sind hierfür z. B. die türkische Kopfbedeckung (Fez) sowie die historischen französischen Uniformhosen und -käppis. Bis zur Entdeckung des synthetischen Alizarins 1869 zählte Krapp zu den wichtigsten Kulturpflanzen Süd- und Mitteleuropas.

Anbau

Krapp bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche und sandige Böden in feuchter aber warmer Lage. Da die Wurzeln das Erntegut sind, muss der Boden gut siebfähig sein. Die Aussaat erfolgt mit Drillmaschinen im März 3 - 5 cm tief bei 15 - 20 keimfähigen Samen pro m². Zur Vereinfachung der Ernte wird auch der Anbau auf Dämmen erprobt. Im ersten Jahr sind die Bestände intensiv von Wildkraut zu befreien. Ab dem dritten Jahr kann der Wurzelstock mit Kartoffelrodern geerntet werden (15 - 20 dt Wurzeln/ha). Die Wurzeln werden zunächst in Waschanlagen aus dem Möhrenanbau gereinigt und bei 40 - 60 °C getrocknet; zermahlen dienen sie als Färbemittel.

Inhaltsstoffe

Farbstoffgehalt im Wurzelstock: 6 - 10 % Alizarin, Anthrachinon, Purpurin u.a. (roter Farbstoff)

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Mit Krapp lassen sich Textilien färben und Künstlerfarben herstellen. Außerdem liefert Krapp Pigmente für Kosmetika.

Färberkrapp. Foto: H. Zell
Färberkrapp. Foto: H. Zell
 
Raps; Foto: K. Grümmert

Von Arnika über Raps bis Zirbelkiefer - nachwachsende Rohstoffe sind extrem vielfältig. Diese Seite zeigt die Bandbreite der Pflanzen und informiert zu Anbau, Nutzung, Projekten und mehr.

 
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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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