Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Färberwau

 

Resede luteola L.
Familie der Resedengewächse (Resedaceae)

Merkmale

Färberwau unterscheidet sich von den anderen Wau-Arten durch die ungeteilten, schmalen und länglichen Blätter. Die ein- bis zweijährige Pflanze überwintert im Rosettenstadium. Von Juni bis August blüht der Färberwau. An einem bis zu 1,5 m hohen Stängel bilden sich reichblütige Blütentrauben, an denen die hellgelben Blüten mit jeweils vier Kronblättern sitzen. Die kugeligen Fruchtkapseln enthalten nierenförmig glatte, dunkelbraun-glänzende Samen. Der Farbstoff befindet sich im oberirdischen Aufwuchs, vor allem in den Blütenkapseln, weniger in den Blättern, am geringsten in den Stängeln.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Färberwau stammt aus dem Mittelmeergebiet und ist in Mittel- und Westeuropa eingebürgert. Römische Schriftsteller belegen die Nutzung der Pflanze zum Zweck des Färbens. Im Mittelalter lieferte die Pflanze das Färbemittel, welches das reinste und beständigste Gelb erzeugte. Färberwau wurde bis ins 19. Jahrhundert auch in Deutschland angebaut.

Anbau

Färberwau bevorzugt lockere, kalkhaltige und gelegene Böden. Zu hohe Stickstoffgehalte im Boden wirken sich negativ auf den Farbstoffgehalt aus. Die Aussaat erfolgt entweder Mitte August bis Mitte September oder erst Ende März sehr flach (1 - 2 cm). Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung ist eine sorgfältige Wildkrautbekämpfung erforderlich. Die Ernte der gesamten Pflanzen findet ca. 14 Tage nach Blühbeginn mit Futtererntern statt. Dabei werden 40 - 45 dt Trockenmasse/Hektar mit einem Farbstoffertrag von 60 - 100 kg/ha erzielt. Nach der Ernte steht eine schnelle, aber schonende Trocknung bei 40 - 60 °C an.

Inhaltsstoffe

Farbstoffgehalt: 2 - 3 % in der Trockenmasse
(Beizfarbstoff): Luteolin, Apigenin (gelber Farbstoff)

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Mit dem gelben Farbstoff des Färberwau lassen sich Textil- und Wandfarben sowie Pigmente für Kosmetika herstellen.

Färberwau. Foto: 4028mdk09
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