Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Färberknöterich

 

Polygonum tinctoria L.
Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Merkmale

Der einjährige Färberknöterich hat einen knotig gegliederten Stängel und schraubig angeordnete, lanzettförmige Blätter. Die kleinen weiß bis rosa gefärbten Einzelblüten bilden ansehnliche Blütentrauben. Aufgrund der späten Blütezeit Mitte August reifen die Samen in kühlen, feuchten Jahren häufig nicht aus.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Färberknöterich stammt aus Ostasien und war die klassische blaufärbende Pflanze in China und Japan. In Japan wird er heute noch für Färberzwecke angebaut. Die Blätter liefern eine Farbstoffvorstufe (Küpenfarbstoff). Der Indigofarbstoff ist wasserunlöslich und wird erst in der Küpe in die wasserlösliche Form überführt. Durch Oxidation bildet sich dann der wasserunlösliche Indigo. Der Anbau von Färberknöterich ist auch in Mitteleuropa möglich, der Farbstoffertrag pro Hektar ist ca. fünffach höher als der des Färberwaids.

Anbau

Färberknöterich bevorzugt tiefgründige nährstoffreiche Böden. Die Aussaat erfolgt aufgrund der Frostempfindlichkeit Ende April bis Anfang Mai mit Drillmaschinen bei einer Saattiefe von 2 bis 3 cm und einem Reihenabstand von 20 bis 30 cm. Aufgrund des schnellen Aufwuchses ist die Konkurrenzkraft des
Färberknöterichs gegen Wildkräuter groß; er hat jedoch einen hohen Stickstoffbedarf. Das Mähen Ende Juli und September liefert Erträge von etwa 40 dt Blatttrockenmasse pro Hektar. Daraus ergibt sich ein Farbstoffertrag von 150 kg/ha. Bei frischer Verarbeitung des Erntegutes lässt sich der höchste Farbstoffertrag erzielen.

Inhaltsstoffe

In den Blättern sind 4 - 5 % Indican enthalten (Farbvorstufe für blaue Farbe)

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

 Der Färberknöterich wird zum Färben von Textilien verwendet.

 
Raps; Foto: K. Grümmert

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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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