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Mönchspfeffer

 

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.)

Mönchspfeffer wird zwar in Deutschland nicht angebaut, hierzulande jedoch zu einer Vielzahl von Arzneimitteln verarbeitet. 18 Phytopharmaka und 20 Homöopathika sind auf dem Markt. Mönchspfeffer lindert nicht nur Kopfschmerzen, Unterleibsbeschwerden, Brustschmerzen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen des prämenstruellen Syndroms, sondern wird auch bei menstruellen Anomalien eingesetzt. Die von Mönchspfeffer gebildeten Früchte erinnern in Aussehen und Geschmack an Pfefferkörner und werden in südlichen Regionen als Gewürz genutzt.

Synonyme
Keuschlamm, Keuschbaum, Keuschstrauch, Abrahamstrauch, Müllen

Biologie
Mönchspfeffer gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Es handelt sich um einen bis zu 6 m hohen Baum oder Strauch mit langstieligen Blättern, die in 5 bis 7 bis zu 10 cm lange fingerförmige Fiederblättchen unterteilt sind. Die Fiederblättchen sind auf der Unterseite weiß filzig und färben sich nach dem Absterben schwarz. Mönchspfeffer blüht im Juli und August mit weißen bis blauvioletten Blüten und bildet braunschwarze Steinfrüchte mit bis zu vier Samen.

Vorkommen
Mönchspfeffer kommt im gesamten Mittelmeergebiet und Westasien bevorzugt in feuchten Flussniederungen und an anderen Stellen mit Bodennässe vor. Zwar stammt der Rohstoff für die Phytopharmaka zum großen Teil aus Wildsammlungen; ein Anbau von Mönchspfeffer in Deutschland wäre jedoch möglich.

Anbau
Warme, sonnige und windgeschützte Standorte mit feuchten und nährstoffreichen Böden sind für den Anbau prädestiniert. Da die Früchte an einer Pflanze in zeitlichen Abständen reifen, die reifen Früchte jedoch rasch abfallen, empfiehlt sich die Fruchternte vor der Reifung der ersten Früchte mit anschließender Nachreifung.

Zur Produktion von Phytopharmaka verwendete Pflanzenteile
Die getrockneten reifen Früchte, aus denen Arzneimittel hergestellt werden; heißen lateinisch Agni casti fructus bzw. Baccae Agni casti, Fructus Agni casti oder Semen Agni casti.

Inhaltsstoffe

  • Iridoidglykoside, insbesondere Agnusid und Aucubin
  • Flavonoide, insbesondere Casticin und Penduletin
  • ätherisches Öl

Zubereitungen
Kapseln und Tabletten enthalten Extrakte, die durch Auszug der Früchte mit einem wässrig-alkoholischen Extraktionsmittel gewonnen werden.

Pharmakologische und medizinische Wirkung
Während Mönchspfeffer im Mittelalter in Klöstern von Männern dazu genutzt wurde, den Geschlechtstrieb zu zügeln, dient er heute überwiegend der Behandlung von Frauenleiden.
Gegen Kopfschmerzen, Unterleibsbeschwerden, Brustschmerzen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Vorfeld der Menstruation helfen Präparate ebenso wie bei zyklusabhängigen Schmerzen der Brust. Die Kommission E empfiehlt dafür eine Tagesdosis von 30 bis 40 mg Droge bzw. die entsprechende Menge Extrakt.

Mönchspfeffer wirkt den genannten Erkrankungen durch die Senkung des Prolactinspiegels entgegen. Prolactin ist ein Hormon, das den Menstruationszyklus indirekt steuert und dessen Gehalt bei Menstruationsbeschwerden erhöht ist.

Die prolactinhemmende Wirkung von Mönchspfeffer ist in pharmakologischen Untersuchungen u. a. am Tier nachgewiesen; klinische Studien belegen darüber hinaus seine therapeutische Wirksamkeit. Mönchspfeffer gilt als gut verträglich.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.)
Foto: Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.), Fotolia
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