Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Echte Goldrute

 

(Solidago virgaurea L.)

Echte Goldrute zählt zu den wichtigsten zu Phytopharmaka verarbeiteten Arzneipflanzen. 29 Phytopharmaka und 19 Homöopathika sind auf dem Markt. Goldrute hilft bei Erkrankungen der Harnwege und wird häufig in Kombination mit ähnlich wirkenden Arzneipflanzen eingesetzt.

Synonyme
Goldrute, Goldwundkraut, Heidnisches Wundkraut, Goldraute, Unsegenkraut, Güldenwundkraut, Waldkraut, Edelwundkraut, Schoßkraut

Biologie
Echte Goldrute gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae, Compositae). Es handelt sich um eine ausdauernde bis zu 1 m hohe Pflanze mit einem knotigen Wurzelstock und einem aufrechten, verzweigten Stängel. Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich und stehen wechselseitig am Stängel. Die gelben Blütenköpf­chen sind in Trauben bzw. Rispentrauben angeordnet, die in den Achseln der oberen Blätter stehen. Wild vorkommende Pflanzen blühen von August bis Oktober, bei in Kultur befindlichen Pflanzen kann die Blüte bereits im Mai beginnen. Bei den Früchten der Echten Goldrute handelt es sich um zylindrische Schließfrüchte mit 12 Längsrippen; an der Spitze der Schließfrüchte befindet sich eine Haarkrone.

Vorkommen
Echte Goldrute kommt als Wildpflanze in den gemäßigten Klimaregionen Europas, Asiens, Nordafrikas (Algerien, Marokko) und Nordamerikas in lichten Wäldern bzw. auf Waldlichtungen, an Waldrändern, auf Heiden, Weiden und Dünen vor. Für Phytopharmaka werden Pflanzen in Ungarn, Bulgarien, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien gesammelt.

Anbau
Echte Goldrute wächst zwar im Garten gut, der großflächige Anbau über Pflanzungen wird in Deutschland jedoch erst erprobt.

Zur Produktion von Phytopharmaka verwendete Pflanzenteile
In Phytopharmaka wird der zur Blütezeit geerntete, die Blüten tragende Pflanzenbereich (Blühhorizont) verarbeitet. Das getrocknete Pflanzenmaterial (Droge) wird lateinisch als Solidaginis virgaureae herba bezeichnet.

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl
  • Triterpensaponine
  • Flavonoide
  • Phenolglucoside, Leiocarposid, Virgaureosid (nur in Echter Goldrute)
  • Kaffeesäurederivate

Zubereitungen
Traditionell als Tee zubereitet, wird das Pflanzenmaterial heute durch Auszug mit wässrigen oder wässrig-alkoholischen Auszugsmitteln zu Extrakten verarbeitet, aus denen Kapseln und Tabletten hergestellt werden.

Pharmakologische und medizinische Wirkung
Ähnlich wie die Brennnessel wirkt auch die Goldrute harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend. Sie wird daher bei Harnwegsentzündungen und -infekten eingesetzt, die häufig mit starkem Harndrang bei schmerzhafter Abgabe geringer Harnmengen verbunden sind, aber auch bei Nierengries und Nierensteinen. Dazu empfiehlt die Kommission E eine mittlere Tagesdosis des Phytopharmakons von 8 bis 12 g Goldrutenkraut bzw. die entsprechenden Extraktmengen. Zwar wurden mit Goldrute traditionell auch Gicht, Rheuma, nervöses Bronchialasthma, Leberschwellung und Entzündungen der Mund- und Rachenhöhle behandelt, die Wirksamkeit ist jedoch nicht nachgewiesen. Nebenwirkungen von goldrutehaltigen Phytopharmaka sind nicht bekannt.

Echte Goldrute (Solidago virgaurea L.)
Foto: Echte Goldrute (Solidago virgaurea L.), Hippocampus Bildarchiv
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