Pflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Gewässerschutz

 

Gewässerschutz

Energiepflanzen stellen nach einer Schätzung der FNR in Deutschland rund ein Viertel der gesamten Primärenergie aus Biomasse bereit. Innerhalb des Energiepflanzenanbaus spielt wiederum Silomais für Biogasanlagen die Hauptrolle. Biogas-Mais wuchs 2016 auf einer Fläche von  etwa 970.000 Hektar (ha), die Gesamtanbaufläche von Energiepflanzen liegt bei insgesamt 2,42 Mio. ha. Der Silomaisanbau trägt damit maßgeblich zur Energiewende bei, aus Sicht des Gewässerschutzes stellt er aber auch ein Risikopotenzial dar. Denn mit seiner hohen Nährstoffverträglichkeit und der Fähigkeit, diese zu verwerten, ist er prädestiniert für hohe Gülle- und Gärrest-Gaben. Nährstoffeinträge ins Grundwasser und in Oberflächen-Gewässer können die Folge sein.

Der Ordnungsrahmen zum Schutz der Gewässer wird durch die „Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates (…) zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik“ (EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL)) einheitlich für Europa vorgegeben. In Deutschland existieren zur Umsetzung dieser Richtlinie das Wasserhaushaltsgesetz und weitere ländereigene Regelungen. In weiten Teilen des Bundesgebietes werden die Ziele der EG-WRRL derzeit noch nicht erreicht. Daneben soll die EG-Nitratrichtlinie verhindern, dass zu viele Nitrate, vor allem aus landwirtschaftlichen Düngern, in Grundwasser, Bäche, Flüsse und Seen gelangen. Umgesetzt wird die Nitratrichtlinie in Deutschland durch die Düngeverordnung – nach Ansicht der EU in der Vergangenheit allerdings  nicht ausreichend. 2016 reichte die EU-Kommission deshalb Klage beim Europäischen Gerichtshof ein. Deutschland novellierte in der Folge die Düngeverordnung und beschränkt nun vor allem die Stickstoff-, zum Teil aber auch die Phosphordüngung deutlich stärker als bisher. So verbietet die am 2. Juni 2017 in Kraft getretene Novelle zum Beispiel die Düngung zu bestimmten Zeiten im Winter und beschränkt sie im Herbst, dadurch sollen Auswaschungsverluste reduziert werden. Außerdem wurden die einzuhaltenden Abstände zu Gewässern erhöht und die vorzuhaltenden Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger, Biogasgärreste, Festmist und Kompost vergrößert. Biogasgärreste, Klärschlamm und Kompost wurden in die sog. „170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar-Regel“ aufgenommen - nach dieser Regel darf man organische und organisch-mineralische Düngemittel maximal in Höhe von 170 kg Gesamt-Stickstoff pro Jahr und Hektar düngen (eine Ausnahme besteht bei Kompost, hier ist eine einmalige Düngergabe von max. 510 kg N/ha innerhalb von 3 Jahren erlaubt). Die neuen Regelungen stellen insbesondere viehhaltende und Biogasbetriebe vor hohe Anforderungen.

Energieholzstreifen an Fließgewässern können Nährstoffe zurückhalten

Neben zu hohen Düngergaben kann auch Bodenerosion auf Gewässerrandstreifen, insbesondere bei Hanglagen, ein Problem sein. Der Anbau schnellwachsender Baumarten auf Äckern entlang von Gräben, Bächen und Flüssen ist eine Option, Stoffeinträge zu verringern. Er ermöglicht dem Landwirt gleichzeitig auch ein Einkommen aus Bioenergie. Dieser Ansatz wurde im Projekt „Kurzumtriebsplantagen (KUP) am Fließgewässer“ der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) erprobt: Die TLL pflanzte auf einem 12 Meter breiten Streifen am Bennebach im Kyffhäuserkreis Hybridweiden. Im Ergebnis zeigte sich in den drei Untersuchungsjahren eine deutliche Rückhaltewirkung des KUP-Streifens für Phosphor.

Im Projekt wurden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert. Demnach müssten das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes oder alternativ die Wassergesetze der Länder geändert werden, um die Ernte des Energieholzes am Gewässerrand zu ermöglichen. Eine Ausnahme stellen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen dar: Hier ist ab 2019 bzw. ab 2022 auf einem 5 Meter breiten Gewässerrandstreifen Ackerbau generell verboten, nur die Anlage und Beerntung von Kurzumtriebsplantagen und die Anlage von Blühstreifen sowie in Nordrhein-Westfalen auch die Anlage von Dauerkulturen bleiben erlaubt.

Weitere vom BMEL über die FNR geförderte Projekte mit Bezug zum Anbau nachwachsender Rohstoffe und Gewässerschutz:

Die FNR wirbt über den Förderschwerpunkt „Entwicklung von Konzepten für eine nachhaltige Erzeugung und Verwertung nachwachsender Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung der Ressource Wasser“ im Auftrag des BMEL weitere Projekte ein, die zu einer verbesserten Wasserqualität von Grund- und Oberflächenwasser beitragen können. Auch Vorhaben, die auf einen effizienten Wasserverbrauch in Zusammenhang mit der Erzeugung und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe zielen, sind hier förderfähig.

Erosionsrinne von einem Acker in den Bennebach in Thüringen. Foto: TLL
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